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1 Juni 2005, Berlin


ABSCHIED UND TRAUMA

Letzte Nacht in der der alten, lieb gewonnenen Wohnung. Je nackter W?nde und R?ume, desto st?rker tritt die Bedeutung dessen, was darin gesagt und nicht gesagt wurde, hervor. Abschiede sind gerade akustisch sehr stark. Dabei haben wir es nicht mit Geisterhaftem zu tun. Es entsteht eine Art plastisches Historogram, aus dem Personen und S?tze aus den D?nnw?nden auftauchen. Alles wird seiner Bedeutung entkleidet. Das bedeutet, dass alles egalit?r, gleichwertig ist. Rede und Gegenrede vergangener Wortwechsel verschmelzen zu einer einzigen Aussage.

Nirgends wird dies so offenbar, wie in der letzten Nacht in der aufgel?sten Heimstatt. Archaisches meldet sich zur?ck; der Wachs alter, vergessener Siegel schmilzt, geheimnisvolle Pforten gew?hren noch einmal Einblick.

Jeder Einzug ist ein Nachhausekommen, jeder Auszug ist Hoffnung, die alte Heimstatt zur?ck zu gewinnen. Dass ?ber jedem Anfang auch ein Zauber liegt, mag den Einf?ltigen g?tig stimmen. Den letzten Menschen aber stimmt ein Auszug immer tieft?nig. Dennoch, wie so oft, gilt uns Einfalt als rettender Moment in solchen Augenblicken, da Wehmut und Sehnsucht sich jeder Sprache entziehen.

Der Mensch ist zum Einzug, zur Heimkehr bestimmt. Aufbruch und Neubeginn sind erzwungene, zwanghafte Erscheinungen der Zivilisation. Das ist eben der Unterschied zwischen dem zivilisierten und dem kultivierten Individuum.

Trauer und Freude sind identisch. Es sind Schleusen, denen wir uns ?ffnen, sie ?ffnen nicht uns. Darin liegt ein Heil verborgen, das uns vor B?sem sch?tzt, denn wir sind nicht geboren, dem Unheil anheim zu fallen.

Was sich an Schlechtem uns n?hert erringt nur dann Substanz, wenn wir ihm Zutritt gestatten. Erneut ein Beweis f?r unsere G?ttlichkeit.
1.6.05 18:32


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1 Juni 2005, Berlin


TEIL XVI

RTL, 17 UHR, "EINSATZ IN VIER W?NDEN", MO.-FR.

DIE WOHNEXPERTIN IST LOSE:
TINE WITTLER RICHTET SIE GANZ
NEU, TOLL, SUPER UND MEGAKLASSE EIN!

(Runter scrollen zu Teil I, II, III, IV, V, VI, VII VIII, IX, X, XI, XII, XIII, XIV und XV)


In dieser Folge: Blutige Kabinettsumbildung in Berlin. Was geht in der Hauptstadt wirklich vor? Ist M?ntefering der rum?nische Graf Drucu, auch bekannt unter "Dracula"? Ist Gerhard Schr?der ein Spion Putins? Werden wir vom KGB regiert? Fragen ?ber Fragen und Tine Wittler, assistiert von Doktor Hanibal Lecter, erhalten den Auftrag ihres Lebens....

"Sag mal, waren Sie schon am Briefkasten heute morgen?". Tine sprach den Doktor nie vor elf Uhr morgens an, sonst wird's unberechenbar. "Wieso sollte ich ich in diesen idiotischen Kasten reinseh'n, kannst du mir das mal erkl?ren, Hirnschraube?" Tine war die unwirsche Art ja mittlerweile gewohnt, angezickt lief sie zum Postkasten, der fr?her mal der Arsch von Jenny Elvers war. Hanibal hatte sie w?hrend einer Autogrammstunde auf der Berliner Sexmesse hinter die Reklametafel eines Kondomherstellers gezerrt und sie dort zu W?rfeln zerst?ckelt. Au?er eben den Arsch, den konservierte er so, wie er war: offen. Da gingen dann auch dickere Briefsendungen durch, sogar der Quellekatalog....aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Tine erschrak so sehr, dass sie glatt verga?, Jenny Elvers' Arsch wieder zu verschlie?en...jetzt hingen Jennys Backen noch schlimmer als vorher. Tine hielt den Brief des Gro?kanzlers in der rechten Hand und fuchtelte mit der linken Hand durch die L?fte. Dieser Brief hatte es echt in sich, beide lasen ihn atemlos, Hanibal l?chelte aber, denn er kannte den Schr?der gut: Br?der im Geiste....



"Sehr geehrter Herr Doktor Lecter!

Ich habe Sie auserw?hlt, um Deutschland in seinen letzten Stunden ein Musterkabinett zu schenken, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Die besten Koripf?en des Landes haben mir Sie anempfohlen; auch ich lege mein Schicksal vertrauensvoll in Ihre zweitbest begnadeten H?nde.

Ihr stets aufstrebender

G. Schr?der
Gro?kanzler Mitteleuropas,
einschlie?lich der T?rkei"

Hanibal konnte die ganze Nacht nicht schlafen, denn es stand ihm ein echter Blutrausch bevor. Er sollte fast alle Minister schlachten, die Gr?nenminister zuerst, und dabei bitte nicht zimperlich sein. Also: "total relaunch"!

Zuerst fing er B?tikofer, er war zwar kein Minister, aber der Kanzler meinte "A pian in the arse", konnte also auch weg, der Typ. B?ti hatte bis nach Mitternacht in einer Kneipe gesessen und sich uns?glich volllaufen lassen. Hanibal widerte das total an, denn er konnte den Mundgeruch von Opfern nicht ausstehen, die kurz vor ihrer Schlachtung noch Alk in sich reingepumpt hatten, wirklich widerlich!. Na ja, egal, jetzt torkelte der Gr?nenchef ?bers Trottoir, alle Spitzel und Leibwachen hatte er nach Hause geschickt, big mistake, Fettarsch, bis mistake!

Schwuppdiwupp warf Hanibal sein gr??tes Netz ?ber B?ti und dieser Dummy verfing sich nat?rlich sofort darin und zwar hoffnungslos. Schnell schleifte Doktor Lecter den strampelden Fettberg auf den n?chtlichen Kinderspielplatz, schlitzte ihm den Bauch auf, riss die Eingeweide raus und h?ngte sie wie W?schest?cke an den Glimmzugw?rfel f?r junge Erwachsene. Das war vielleicht ein Bild, super!. B?ti strampelte noch komischerweise, hatte offfenbar nicht die besten Nerven mehr gehabt zu Lebzeiten. Ruckzuck lag die formaldehydisierte Leiche auf Hanibals Porsche Cayenne Pritschenwagen und in wenigen Minuten lag B?ti im K?hlhaus des Ritz Carlton, dort, wo sich Tine als Deko-Schlampe f?r Geburtstagstorten verdingte, aber blo?, um jederzeit Zugang zu den riesigen K?hlr?umen zu haben. Hier sollte das abgeschlachtete Bundeskabinett f?r drei Tage gelagert werden, bis dann der Gro?kanzler die Kabinettsumbildung bekannt gab...


Und in Teil XVII: "C'est tout possible ? Berlin!" Nach dem Schlachten l?dt der Kanzler zur Wurstsuppe ein.... Gleich,!
1.6.05 19:14


1 Juni 2005, Berlin



TEIL XVII

RTL, 17 UHR, "EINSATZ IN VIER W?NDEN", MO.-FR.

DIE WOHNEXPERTIN IST LOSE:
TINE WITTLER RICHTET SIE GANZ
NEU, TOLL, SUPER UND MEGAKLASSE EIN!

(Runter scrollen zu Teil I, II, III, IV, V, VI, VII VIII, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XV und XVI)



Mit der K?nast hatte der Doktor die Arschkarte gezogen. Dieses z?he Flittchen wehrte sich wie verr?ckt, verletzte den Doktor sogar am linken Oberarm: sie hatte im Handgemenge ihr Parteiabzeichen vom Revers genommen und es Hanibal ins Fleisch gerammt. Aber schlie?lich ?berw?ltigte Hanibal sie mit der Gefl?gelschere, die er immer bei sich trug, denn man wei? ja nie....

Da es ihm so viel Spa? machte, benutzte er die Schere einfach weiter. ?rmchen und Beinchen waren schnell abgetrennt, der gurgelige Hals auch. Den K?nast-Torso sollte Hans Eichel kriegen, denn der Gro?kanzler wollte den Minister unter dem Slogan: "Unged?ngte Zahlen f?r ein neues Mitte-Deutschland!" relaunchen. Pl?tzlich ?ffnete die K?nast nochmal die Augen, starrte an die Decke des Sezierr?umchens und schrie total laut: "Arrrrschloch!" Doktor Lecter kannte dieses Ph?nomen, das er als erster entdeckt hatte und das fortan als "Postmortale F?kalie" in die Medizingeschichte einging.

"Jetzt reicht's mir aber, Renate!", schrie er den separierten Kopf der Ministerin an, "es langt, du hattest gen?gend Zeit andere zu beleidigen, mit mir nicht, Dreckschleuder!" Doktor Lecter war echt sauer, denn schlie?lich arbeitete er jetzt schon seit Wochen am Total Relaunch der rotgr?nen Bundesregierung, ohne dass es auch nur ein Iota an der verfahrenen Situation ?nderte.


Mit Trittin w?rde er kurzen Prozess machen, das hatte sich Doktor Lecter geschworen. Aber der Trotzkist war nat?rlich nicht mit solch primitiven Fangmethoden wie Netzewerfen oder Gefl?gelscherenschnitt zu banalisieren, wie Doktor Lecter seit Neuestem das T?ten nannte. F?r den Lulatsch Trittin brauchte es au?erdem Finesse, man w?rde ihm Unrecht tun, finge man ihn mit einer low concept Strategie - die war was f?r feuchte Hirnkekse wie Wolfgang Clement oder Manfred Stolpe....

Trittin schlenderte eloquent herum und war unterwegs zur Gr?nenzentrale am Platz vor den Toren in Berlinmitte. Wie passend, dachte Hanibal, hei?t das auch noch "vor den Toren", wo die T?richten zusammen sitzen und dumm rumquatschen....

Rrrrr????mmmmmmm.....das Ger?usch des Anlassers der amerikanischen Dampfwalze war ein sexy Erlebnis, Tine sa? neben Hanibal auf dem Kindersitz und es kribbelte gewaltig in ihrem Busento. Doktor Lecter wartete, grinste und wartete. Da sah er ihn um die Ecke biegen.

"L?tz h?ff zamm Pfann!" schrie Hanibal und setzte das Monstrum in Bewegung....Trittin, v?llig ahnungslos, tappte unversehens in die Klebefalle des ber?hmten Doktors....ein Schicksaltag der Nation. Bald sollte sie trittinfrei sein, au?er etwas Feinstaub, der sich aber mit der Zeit aus Bln.-Mitte auf die Rieselfelder im Speckg?rtel verziehen w?rde.

J?rgen war doch nicht so clever, wie alle gedacht hatten. Er betrat das mit Pattex beklebte Kopfsteinpflaster, und da halfen auch die Sisalsandalen aus den Malediven n?scht mehr, er blieb gnadenlos stecken......T?ff t?ff t?ff....die Walze mit Tine und Doktor Lecter kam n?her und n?her. Der Minister warf seine Aktentasche weg, futtelte sein Handy aus der Jacketttasche und rief die gr?ne Spitzelfirma an, die sich um Abweichler k?mmert. Die waren echt brutal und einzig in der Lage, diese Walze da zu stoppen.

"Mach den Arsch platt", schrie Tine, "den h?ngen wir uns zuhause als Superposter in die Kellerbar!" Hanibal lachte diesmal, das gefiel ihm...Eigentlich wollte er J?rgen als Riesenposter verschiedenen Windkrafterzeugern anbieten, die damit in Metropolen f?r ihren Abzockstrom werben konnten. Aber ihn in der Kellerbar zu haben, war auch ein interessanter Kick, f?rs Erste wenigstens.

Gleich: TEIL XVIII und es kommt, wie es kommen musste....






1.6.05 20:05


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