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ROTGRÜN: REGIERUNG DER ENERGIE-BARONE

Einmal mehr scheint sich zu bewahrheiten, dass Rotgrün die Regierung der Gas- und Stromkonzerne war. Nicht nur am Abgang vieler ehemaliger rotgrüner Amtsträger in die Berater-Büttelschaft der Konzerne beweist dies; der neuerliche Verdacht, Rotgrün habe dem russischen Gasgiganten Gazprom zu einer Milliardenbürgschaft verholfen, wird mehr als ein Raunen zurücklassen.

Es muss einen Deal gegeben haben zwischen Rotgrün und der Energiewirtschaft. Letztere ist ja aufgrund ihrer Monopolstellung sehr überschaubar: wenn ein deutscher Kanzler zum Energiegipfel einlädt, sitzt er in lockerer Herrenrunde mit nicht nicht mehr als vier Menschen am Tisch.

Die exorbitanten Preissteigerungen für Energie unter dem rotgrünen Regime fanden alle vor der Ölpreisexplosion statt, wir erinnern uns. Bereits im Jahr 2003, als das Barrel Öl noch bei etwa 23 Dollar lag (heute fast verdreifacht!), stiegen in Deutschland die Energiekosten im Vergleich zum Jahr 2000 schon um zwanzig Prozent. Alle merkten es an den Jahresendrechnungen und vor allem den Nachzahlungen für Gas und Strom.

Was also fand statt zwischen den Energieriesen und Rotgrün? Gaben Schröder/Trtittin/Fischer den Konzernen freie Fahrt für Preiserhöhungen nicht gekannten Ausmaßes und bekamen von denen wiederum das "Ja" zum Atomausstieg? Außerdem: warum hat sich Rotgrün sieben Jahre lang gegen eine Regulierungsbehörde für den Energiemarkt in Deutschland gestemmt? Dafür zahlt doch jemand einen Preis...

Die Belohnungen dafür sind die fett bezahlten Pöstchen, die es für ehemalige Apparatschiks von Rotgrün nach ihrer schmählichen Abwahl förmlich regnete. Selbst Rezzo Schlauch fuhr mit seinem Porsche aus der abgewählten Bundesregierung schnurstracks bei "Energie Baden-Württemberg" vor und holte dort seinen ökologisch wertvollen Beratervertrag ab. Herr Schlauch saß in den letzten Dämmerjahren der rotgrünen Koalition als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsminiterium. Sondelich viel gab es dort, wir erinnern uns, nicht gerade zu tun.

Da hat man Zeit und Muße über die Karriere nach der Abwahl nachzudenken. Das haben er und viele andere auch getan. Wer tut das nicht?
1.4.06 11:07


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SPRACHLICHE MISSGEBURTEN: EINELTERNFAMILIE

Ich las gerade den Begriff "Einelternfamilien". Was für ein montröses Wort! Diese linken Kampfbegriffe sind so zynisch und bösartig selbstverleugnerisch - sie erinnern mich in der Tat an das dunkelste Kapitel unserer jüngsten Geschichte. Auch da gab es Wortschmieden, die das Schlechte ins Gute verkehrten.
1.4.06 11:54


HIP HOP IST EINE VERBRECHERKULTUR

Es kann nicht mehr übersehen werden, dass große Teile der Popkultur mit der Thematisierung und Entabuisierung des Verbrechens selbst zur Täterin wird. Die bedenkenlose Adaption der amerikanischen Hip Hop Kultur beispielsweise gibt unterweltigen Kräften Auftrieb, deren dunkles Verlangen nach Gewalt und Triebabfuhr bestens bedient wird: Kriminelle werden zu Vorbildern, Zerstörung und ein bodenloser Destruktivismus, vermengt mit unbestimmten Hassgefühlen, werden zur lingua franca der Jugend stilisiert. Hier versündigt sich eine marketingverseuchte Super-Industrie an ganzen Generationen: wer nicht schon Vollidiot war, wird dazu gemacht. Egal, ob über Gruppenzwang oder hirnerweichender Einzeltherapie via MP3-Player und dem üblichen TV-Dreck. Es erklimmen Generationen die Alterskante zum Erwachsensein, und sehen selbst aus, als könnten sie nicht bis drei zählen - und in vielen Fällen stimmen Optik und Wirklichkeit überein.

Ihre Motorik ist eine traurige Affenkopie drittklasiger Musikvideos, ihre Geisteshaltung ähnelt dem Zustand eines vierjähringen Kindes während einer Salmonellenvergiftung: debil und in jeder Hinsicht behindert. Hip Hop, egal nun, ob das amerikanische Original oder die deutschen Epigonen, ist zur Entschuldigung für den totalen Niedergang des Begriffs "Jugend" überhaupt geworden - diese Musik und alles, was sie umgibt, steht für den Schlaffismus für das angesagte Debilsein schlechthin, für abgestorbene und noch gar nicht gebildete Hirn- und Körperzellen, für die bewusst herbeigeführte Lähmung des Sprachzentrums genau so wie für totale Ignoranz gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen und der Vielfalt des Lebens generell. Hip Hop ist die Anti-Schöpfung, die dümmlichste Implosion aller Zeiten, direkt nach der eines Fernsehapparats.

In seiner letzten Phase regiert dieser Pseudoweltstil mit Gewalt und abgründigen Marketingmechanismen (wobei es sich hier fast um ein Synonym handelt). Die Nachahmungspotenziale sind enorm: weltweit beruft sich die Verwahrlosung auf diesen Stil, das Gewalttäige, der Nichtsnutz. Endlich hat auch der Abschaum ein Gesicht, einen Klang, eine Motorik. Er wird sichtbar und kommt via TV in jedes Zimmer dieser Welt. Abschaum gewinnt plötzlich Preise, tritt in glitzernden Bühnenshows auf, kommt auf Bewährung frei, um über Tantiemen im Musikgeschäft verhandeln zu können. Nebenbei werden Autogramme verteilt: die, die sie haben wollen sind Töchter und Söhne der bürgerlichen Welt. Hier kann man voraussehen, dass die Sache in zwei, drei, spätestens fünf Jahren ausgestanden sein wird.

Doch die Hefe der Vor- und Kleinstädte, da wo Chancen- und Hoffnungslosigkeit tückisch im Verborgenen leben, dort werden die Texte und Vorbilder von Hip Hop nicht als schicker Augenblickskick betrachtet. Hier versteht man noch nicht einmal die Texte. Man weiß nur: so will ich sein. Drogen, Gewalt und die anschließende Selbstverherrlichung. Die sich daraus ergebenden Kollisionnen mit der Realität werden dann von Soziologen in den Adelsstand des Verstehens erhoben.
1.4.06 14:12


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