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IM SCHWEISSE DEINES ANGESICHTS?

Gesicht Gottes

Der Pontifex Maximus, Benedikt XVI., hat gestern jenen Wallfahrtsort besucht, der in hochvatikanischen Kreisen bislang als Tabu galt: er schaute dem Schweißtuch der Heiligen Veronika ins Gesicht, es ist: das "Gesicht Gottes". Es wird im abruzzischen Ort Manoppello ausgestellt (seit 1504) und gilt als Gesicht des Jesus von Nazareth. Das Mädchen Veronika hate den Christus auf der Via Dolorosa begleitet und war eine der letzten, die Jesus berührten. Sie wischte ihm den Schweiß vom Gesicht. Daraufhin entstand das Gesicht auf jenem Tuch, das nun als Relique in dieser kleinen Dorfkirche seit über fünfhundert Jahren ausgestellt wird.

Pikant: vatikanische Kreise hatten dieses Bildnis bislang als "Fälschung" postuliert, denn in der Veronikasäule des Vatikans gibt es ein weiteres "Gesicht Gottes", ein ebensolches Schweißtuch, von dem aber die Rede umgeht, dass es eine Fälschung sei und in Manoppello das Original hänge.

Zum Vergleich: in der Bonner "Bundeskunsthalle" hängt die Polyacryl-Strickjacke von Helmut Kohl, die er trug, als er im Juli 1990 mit dem damaligen sowjetischen Staats- und Parteichef Gorbatschow die "Deutsche Einheit" aushandelte, das Bild der beiden, wie sie im Kaukasus an einem reißenden Fluss stehen, ging um die Welt. Und noch etwas verschwitztes gibt es in der Bundeskunsthalle zu bestaunen: jene Turnschuhe, die der damalige hessische Landtagsabgeordnete Joseph Fischer während seiner Vereidigung zum hessischen Umweltminister trug.

In allen drei Fällen wissen wir nicht mit zuverlässiger Gewissheit, ob die Schweiß-Devotionalien echt sind. Es sind, soviel steht fest, Leihgaben der Geschichte an Gläubige. Es ist belanglos, über den Wert oder die Echtheit dieser Stücke zu diskutieren.

Über ihren Sinn allerdings, kann man trefflich streiten.
1.9.06 23:18


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ANNE WILL UND TOM BUHROW: DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER

Als ich vor zwei Tagen das Riesenwerbebanner der beiden (Absender die ARD) auf SPON erblickte, traute ich meinen Augen nicht. Auf der Startseite, Balken oben vollflächig, und das ganze nochmal rechts als Balken. Das hat ein kleines Vermögen gekostet.

Um was es ging: also wer es jetzt noch nicht weiß, dem ist nicht mehr zu helfen. Ulrich Wickert ging, Tom Buhrow kam. Anne Will bleibt. Hinter diesen Fakten steht ein schlichter Moderatorenwechsel bei den ARD-Tagesthemen, das war's.

Ulrich Wickert, der Käpt'n Blaubär für Erwachsene, verlässt den alten Kahn Tagesthemen, und der smarte Smutje Buhrow betritt die Dämmerbühne abendlicher Wohnzimmer, deren Insassen vom Strahlendblau der Tagesthemenwelt eine Zombie ähnliche Gesichtsfarbe abbekommen haben. Nicht mehr die jüngsten, nicht mehr die frischesten, mit Abtsand aber noch die erträglichste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen.

Auch wenn die Klassenpetze Anne Will sich mit ihrem zurück genommenen Kleinmädchengehabe einen Wickert'schen Gesichtsausdruck antrainiert hat, erinnern wir uns doch dieses Typus aus frühen Schuljahren: glattes, ewig perfekt fallendes Haar, strebsame, wachsame Äuglein blitzen über den Tele-Prompter und bei Interviews dreht sie sich leicht herum, als hätte sie der Klassenlehrer gerade aufgefordert, dem Klassendümmsten den einfachen Dreisatz zu erklären. Wir sind dem deutschen Fernsehen, der ARD insbesondere, sehr dankbar für dieses Bild. Wir wissen, es gibt in ganz Deutschland eine Frau, die wir im Notfall anstubbsen und sie fragen können, ob wir bei ihr abschreiben dürfen. Dass sie petzt, ist in dem Moment ja ganz egal.

Nun sitzt ihr das jungenhafte Pendant gegenüber, Tom, der liebe blonde Junge aus Germany, der so viele Jahre als Lederhosenträger in New York und Washington den braven USA-Korrespondenten spielen durfte. Seine Kommentare sind mir in gleicher Erinnerung geblieben, wie der fade Fisch zu Karfreitag, ganz gleich übrigens, ob es der Elfte September war, oder der Wirbelstrum Kathrina über New Orleans. Nie ein böses Wort, nie eine Kante, schon gar kein Schmiergelpapier. Tom Buhrows Welt ist blond, männerblond. Wenn es regnet, hat er seinen gewachsten Burberrymantel zur Hand, scheint die Sonne, springt er flugs in helle Hosen und trägt kurzärmelige Hemden mit Schlips.

Anne Will und Tom Buhrow: Mother's Finest. Ein moderatorischer Rückfall ins Kohl-seelige Neunzigerjahrzehnt. Niemand hat's bemerkt. Auch das macht die "Marke Tagesthemen" aus.
4.9.06 22:17


BAYERISCHE GAMMLER!

Den herum gammelnden Bären schießen sie ab, das vergammelte Fleisch wird serviert. Gibt es hier ein Geschmacksproblem?
4.9.06 22:18


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