Letzte Dinge
Letzte Dinge



Letzte Dinge

  Startseite
    EMPFEHLUNGEN
    Berlin Tagebuch
    Sekundenluxus
    Distanzierer
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   literaturcafe



http://myblog.de/octavian

Gratis bloggen bei
myblog.de





MADONNAS ADOPTIONS-RASSISMUS

Ich las gerade dies:

"Der kleine David solle in enger Verbindung zu seiner Kultur aufwachsen, erklärt Madonna immer wieder, wenn sie nach ihrem Adoptivkind aus Malawi gefragt wird. Der britischen "Sun" zufolge scheut die Sängerin dabei keine Kosten: Derzeit lasse sie David ein regelrechtes Safari-Zimmer einrichten."

Q.: SPON


Das ist natürlich ein imperialistisches Meisterstück, was sich die Dame da erlaubt. Die Dritte Welt zu Gast im Billionärshaushalt. Es erinnert mich an die Marotten britischer Kolonial-Colonels in viktorianischer Zeit, die nach ihrer Pensionierung in Indien, Kenia oder sonstwo im Riesenempire menschliche Souvenirs mit nach Hause brachten. Oft handelte es sich um junge Stammeskriegerinnen, die als "Haushaltshilfe" ausgegeben wurden. Man richtete ihnen in der Dachstube ein Zimmer im Stile ihres Heimatlandes ein. Da wurden dann Voodoo-Masken aufgehängt, Speere, selbstredend auch ein paar ausgestopfte Antilopen und frisch geweißte Elfenbeinzähne. Die armen Kreaturen fristeten dann für den Rest ihres Lebens ein Dasein als Schaustück: als arme, schauerliche Wilde. Zu festlichen Anlässen wurde das "Hausmädchen" auch mal aufgefordert, der versammelten Teegesellschaft ein nettes Tänzchen aufzuführen, wozu die Gäste dann die Stimmen von Schimpansen nachahmten. Der gute Colonel hatte sie in die zivilisierte Welt gerettet! Wie großherzig von ihm.
4.11.06 20:50


Werbung


LUXUS-BLACKOUT FÜR UNTERSCHICHTEN

Daran werden wir uns nun gewöhnen müssen: Wenn die reichen Senioren einen neuen Mega-Liner bekommen, bleibt bei Gerd uns Else die Küche kalt. Doch nicht nur dort. Auch bei Francois und Marie, Yussif und Suleika tritt die neue "Golden-Ager-Blackout" in Kraft. Schließlich wollen die deutschen Luxusrentner pünktlich ablegen, da nützt alles Geschrei nichts.

Die Stromabschaltung für die "Norwegian Pearl" bei Ihrer Auslieferung durch die Papenburger Werft, verlanlasst und ausgeführt vom Stromgiganten Eon, ist mehr als nur eine Stromabschaltung. Es deutet in die Zukunft (in eine nicht sehr weit entfernte. Der Vorgang zeigt uns, dass es bei Habenichts blitzschnell dunkel werden kann in einer privatisierten Energiewelt und dass sich Energie zukünftig nur noch auf jene konzentriert, deren Konten ebenfalls voller Energie sind. Der Rest sitzt im Dunkeln, sorry, Leute, so ist das eben in der Neuen Marktwirtschaft.

Energie heißt in Zukunft einmal mehr: "Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!"
6.11.06 14:38


DAS VERSCHWINDEN DER HOMOSEXUALITÄT AN EINEM SONNIGEN MITTWOCHVORMITTAG, I

Die Relevanz des Homosexuellen speist sich heute einzig aus einer Tatsache: Er wendet sich mit Inbrunst jenen zu, die ihn ablehnen.

Was ist wahr? Wahr ist, dass die Behauptung dieser Minderheit in unseren spätdemokratischen Gesellschaften, sie sehne sich nach nichts mehr als in jene Gesellschaft integriert zu werden, unwahr ist. Wäre es so, würde das ihr unvermeidliches Verschwinden darin zur Folge haben. Nichts liegt dem Homosexuellen ferner als eben das. Vielmehr erwartet er, dass die Gesellschaft in ihm verschwindet, im Umhang der Diva. Es ist weniger ein Zeichen für gestiegene Toleranz, wenn Homosexuelle in der Gesellschaft akzeptiert werden als vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaften wieder dem Totalitarismus entgegen reifen. Denn der Homosexuelle ist kein Demokrat, er ist Absolutist. Er ist ein Anbeter der Hierarchie, wie auch Frauen Anbeterinnen der Hierarchie sind – solange sie an der Spitze herum turnen dürfen. Beide, Frauen und Homosexuelle, sind Verbündete in ihrem „Befreiungskampf“, in ihrer „Emanzipation“, die in Wahrheit eine zivilisatorische Machtergreifung ist. Sie lieben die Hierarchie, wie sie überhaupt von jeder Art absoluter Erektion begeistert sind. Das Schwinden des Zeugungswillens in unserer Gesellschaft steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem rasanten Vorrücken „der Frau“ und „des Homosexuellen“ in unserer Gesellschaft. Homosexuelle verzichten auf den Zeugungsanspruch, sie verwerfen ihn für sich aus offensichtlichen Gründen. Die Frau eilt ihm darin nach, freilich aus anderen Motivationen. Dennoch eint beide die anschwellende Negierung dieser elementaren Stütze der vorherrschenden gesellschaftlichen Multiplikation. Frauen und Homosexuelle setzen ihre Hoffnungen nicht in Zeugung, sondern in Erzeugnisse. Konsum: hier war der Homosexuelle von je her Avantgarde. Sein Nachwuchs an Markenartikeln ersetzt die Familie, braucht immer größere Entfaltungs- und Abstellräume. Frauen und Homosexuelle sind der Warenwelt zugetan, während Zeugung der wahren Welt Tribute zollt. Es geht um das Abstreifen der Zwänge und Erwartungen jener wahren Welt. Sie ist beiden langweilig geworden, zu eindimensional. Während in früheren Zeiten durch Kampf etwas hinzu gewonnen wurde, geht es bei den „Kämpfen“ unserer Tage darum, etwas loszuwerden. Kampf nicht mehr als Gewinn, sondern als Verlustanzeige. Verlust als Gewinn einer „Sache“. Der über Jahre hinweg erfolgreich kultivierte Popanz der Unterdrückung harrt immer wieder von neuem der Überwindung – eine Industrie speist sich selbst. Die „herrschenden“ Verhältnisse sind in den Augen der „Gefangenen“ nicht mehr länger tragbar. Der heterosexuelle Mann ist die letzte Bastion, die letzte Hürde, die genommen werden muss. Er wird sturmreif geschossen. Das gefleckte Zebra gilt jetzt als Beweis für den Irrtum der restlichen Herde. Streifen werden zum Ausweis der Minderwertigkeit, die Herde zernagt sich im Selbstzweifel.
11.11.06 02:55


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung