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ECHT GRASS, SONST DAS ÜBLICHE
Der deutsche Bundespräsident hielt eine Rede, selbstredend auch Günter Grass, der deutsche Nobelpreisträger und Gegenwartsautor. Während Horst Köhler (Bundespräsident, für die, denen es vielleicht entfallen war) die Freiheit des Wortes in der Welt anmahnte und zugleich auch das Schicksal vieler deutscher Literaten vor, während und nach dem Dritten Reich ins Gedächtnis rief, setzte Günter Grass wieder voll auf die antiamerikanische Karte. Das zieht ja nach wie vor, denn die Mehrheit der Pen-Club-Bevölkerung wird noch immer von den Achtundsechzigern generiert. Die Missgeburt des Geistes liegt also noch immer westlich des Atlantiks und Schuld sind natürlich auch die Christen, sowieso. Das neue Feindbildtandem: Die USA und die Christen. Sprach da Grass oder Achmadinedschad? Grass als iranischer Präsidentschaftskandidat - mit dieser Rhetorik durchaus chancenreich.
Kein Wort zu Deutschlands bestem Freund Putin, dem BND und seinen anti-literarischen Abhörbuch-Methoden, oder gar zum iranischen Super-Intellektuellen Achmadinedschad, dem unser Land die Atom-Technologie brachte, und dem sich der kleine wieselige Toilettengeldeintreiber offenbar sehr verbunden fühlt. Wir Deutschen sind ihm sympathisch. Günter Grass könnte das auch verstehen und begründen.
Sonstiges im Pen-Club: Alles wie gewohnt? Nein! Auch im Pen-Club hat man sich offenbar ein paar Gedanken zum Zeitgeist gemacht und sich voller Wonne der Endneunziger-Ära in die Arme geworfen. Endlich gibt´s :
Brecht am Dom, oder Ringelnatz im U-Bahn-Tunnel.
Na, bitte, wenn das mal nicht nach Eventzeltkultur riecht. Aber von höchster nationaler Stelle, dem Präsidenten der deutschen Sektion des Pen-Clubs, Johano Strasser, gibt´s durchschlagende Erkenntnisse:
"Ein Abend mit dem Titel "Ach, Sie schreiben deutsch?" stellt Autoren wie Zsuzsa Bank und Yoko Tawada vor, die als Schriftsteller mit ausländischen Wurzeln in Deutschland ihre literarische Heimat haben. So zeigt sich laut Johano Strasser, deutscher Pen-Präsident, dass man nicht "Müller" oder "Schulze" heißen muss, um die hiesige Literatur zu prägen."
Quelle: tagesschau.de
Wow! Das ist echt intellektuell!
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