Letzte Dinge
Letzte Dinge



Letzte Dinge

  Startseite
    EMPFEHLUNGEN
    Berlin Tagebuch
    Sekundenluxus
    Distanzierer
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   literaturcafe



http://myblog.de/octavian

Gratis bloggen bei
myblog.de





EMPFEHLUNGEN

EXQUISIT: DIE HAUT

Curzio Malaparte,
ein Deutschitaliener, erst kürzlich von mir entdeckt, hat zwei exquisite Romane geschrieben, die ich an dieser Stelle jedem empfhelen möchte.

Heute: DIE HAUT
Teitel der italienischen Originalausgabe: La Pelle

Der Roman spielt im Neapel des Septembers 1943, in den Tagen der alliierten Landung dort. Vor allem Amerikaner landen zuhauf und dem Leser eröffnet sich ein Bild des moralischen, sittlichen und psychischen Absturzes der Neapolitaner in diesen Tagen und Wochen. Hier wird der Mensch auf das Nötigste entbeint: seine wahre Natur.

Der Erzähler, selbst Italiener, aber in der Uniform eines in Nordafrika gefallenen Engländers umher spazierend, fungiert als Verbindungsoffizier zwischen den Einheimischen und den Alliierten. Er streift mit einem amerikanischen Offizier durch die vollkommen desolate Stadt am Vesuv. Herrliche Sprachbilder, erschütternde Schilderungen, die in ihrer zerstörerischen Intimität so nahe gehen, dass man nicht selten genug geneigt ist, das Buch zu schließen und rasch einzuschlafen - traumlos am besten.

Nie habe ich die neapolitaner Mentalität besser beschrieben erlebt als in diesem Roman. Weisheit, Abgründe und bitterböser Humor geben sich die distinguierte Ehre.

Dieses Buch wurde, wie auch sein Pendant "Kaputt" vom Vatikan seinerzeit mit dem Bann belegt, seine Veröffentlichung in Italien und Deutschland für längere Zeit verhindert. Doch was wirklich gut ist, setzt sich durch.

Curzio Malaparte
Die Haut
Stahlberg Verlag, 1950
ca. 466 Seiten (manche Ausgaben geben weniger Seitenzahlen an, warum, entzieht sich meiner Kenntnis)

...auch antiquarisch bei www.zvab.de zu moderaten Preisen.
23.6.06 01:47


Werbung


AMERIKANISCHE GEGENWARTSLITERATUR: GODLESS - THE CURCH OF LIBERALISM

Die stockkonservative Fernsehmoderatorin ist inzwischen auch bei jenen Kult, die von Anne Coulter, der Autorin von "Godless - The Church of Liberalism" durch den Kakao gezogen werden. In der Tat deckt die große Blonde mit dem ewig schwarzen Dress die Bigotterie der post-modernen Linken sprachlich so geschickt auf, dass vielen Kritikern der Atem stockt. Für ihre Attacken auf das linksliberale (Groß)Bürgertum der amerikanischen Metropolen, vornehmlich das von Neuyork, muss man schon eine gehörige Portion Schlagfertigkeit aufbringen. Bisdlang hat sich noch kein deutscher Verlag getraut, das Buch in der deutschen Übersetzung auch über den Großen Teich zu führen. Liegt es vielleicht daran, dass viele Verlagsgeschäftsführungen hierzulande vom deutschen Pendant der "Liberals", den Achtundsechzigern bevölkert werden?

Also: umgehen wir einfach diese (mögliche) Schweige-Zensur und bemühen unsere Englischkenntnisse noch einmal für dieses Stück wahrer Chuzpe-Literatur - es lohnt sich!

Anne Coulter
Godless - The Church of Liberalism
ISBN 0739326333
(Gebundene Ausgabe)
17.6.06 20:18


ERNST JÜNGER AUF RHODOS UND SIZILIEN

BUCHEMPFEHLUNG:
Ein Inselfrühling, von Ernst Jünger
(verf. 1929, 1938)

Jüngers Aufenthalte am Mittelmeer sind inzwischen legendärer Lesestoff. Seine Reise nach Rhodos, Ende der dreißiger Jahre im oben erwähnten Band niedergeschrieben, ist eine heimliche Schatzinsel und unbedingt vor dem Träumen zu konsumieren. Es sind Traumtage, die er uns schenkt. Die Stimmungen, die er dort mit Worten für uns einfing, sind wie goldener Honig.

"Gold" ist auch das metaphorische Thema während seiner Reisen auf Sizilien Ende der zwanziger Jahre. Sie überschrieb er "Aus der goldenen Muschel". Auch hier werden wir Zeuge eines wachen Geistes, eines begnadeten Naturbeobachters und Sprachasketen.

Der Band "Ein Inselfrühling" ist nur knapp 80 kleine Seiten lang. Genug, um vom Golde, das nicht glänzt, zu träumen. Am besten sucht man diesen damals im Klett Verlag erschienenen Band antiquarisch. Es gibt sehr schöne Ausgaben davon; wenn man wie ich Glück hat, erwischt man noch ein Leinen gebundenes Exemplar, elegant und schlicht gestaltet von Professor Emil Preetorius.

Online antquarisch: www.zvab.de
23.5.06 02:58


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung